Demokratie einfach und verständlich erklären. Menschenrechte hautnah erleben. Vielfalt gemeinsam gestalten. Auf der inklusiven Tagung „Inklusion und demokratische Bildungsarbeit“ des Adolf-Bender-Zentrums St.Wendel ging es um genau diese Aspekte des tagtäglichen Zusammenlebens.

 

Ein Text von Florian Klein und Celina Grasse

Inklusion ist ein Menschenrecht um die Teilhabe aller Menschen zu gewährleisten. Inklusion bedeutet, dass jeder Mensch dazugehört und sich mit seinen/ihren Fähigkeiten und Interessen so einbringen kann, wie er/sie es möchte und kann. In den letzten Jahren hat sich zu dieser Frage viel getan. An vielen Stellen wurde die Barrierefreiheit ausgebaut. Rampen an Gebäuden, Orientierungshilfen für sehbehinderte Menschen im öffentlichen Raum wie auch barrierefreie Websites im Internet. Doch wie sieht es bezüglich der gleichberechtigten Teilhabemöglichkeit aller Menschen in unserem Alltag aus? Wie werden etwa Menschen mit geistiger Beeinträchtigung beteiligt? Sowohl im Alltag wie auch zu Fragen der politischen Mitwirkung. Der studierte Sonderpädagoge und wissenschaftliche Mitarbeiter der Universität Würzburg Jan Stegkemper forscht seit Jahren zu dieser Fragestellung. Auf der Tagung „Inklusion und demokratische Bildungsarbeit“ des Adolf-Bender-Zentrums zeigte er Möglichkeiten der einfachen Sprache auf, die dabei helfen können komplexe politische Sachverhalte möglichst niedrigschwellig und verständlich zu diskutieren und somit viele Menschen am Diskurs zu beteiligen. „Wie soll ich das erklären“, war dabei die leitende Frage seiner Ausführungen. Wie inklusive politische Bildung konkret in der Praxis aussehen kann, zeigte eine Gruppe junger Erwachsener. Die heterogen zusammengesetzte Gruppe mit und ohne geistige Beeinträchtigung berichtete von ihren Erfahrungen in der gleichberechtigen Zusammenarbeit, die unter dem Thema kompetente Mediennutzung stand und somit auch wichtige Fragen von Teilhabe und Partizipation im heutigen digitalen Zeitalter umfasste.

Gemeinsam mit Akteuren aus dem Bereich der Jugendarbeit wurden so auf dieser Tagung in einfacher Sprache Möglichkeiten und Hindernisse der Teilhabe in gemischten Gruppen aufgezeigt und besprochen. Dazu wurden Erfahrungen und Ergebnisse des inklusiven Modellprojekts des Adolf-Bender-Zentrums „Es geht auch anders“ vorgestellt. Das Projekt wurde gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen des Kinder- und Jugendplans des Bundes, dem saarländischen Ministerium für Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie sowie dem Landkreis St. Wendel. Staatssekretär Stephan Kolling, Landrat Udo Recktenwald, Peter Schön als Geschäftsführer der Lebenshilfe und Willi Portz als Vorsitzender des Adolf-Bender-Zentrums zeigten mit ihrer aktiven Teilnahme die Wichtigkeit und Aktualität dieser Thematik.

In Workshops wurden Methoden der inklusiven Arbeit praktisch erprobt und diskutiert.

Auch im inklusiven Kontext braucht es einen stärkeren gemeinsamen Austausch über Fragen der politischen Bildung. Gesellschaft kann nur gemeinsam gestaltet werden. Dabei ist es wichtig alle Menschen aktiv miteinzubeziehen und die Rahmenbedingungen für eine gleichberechtigte Teilhabe zu verbessern.